Medienfrauen vereinigt euch!

Das Programm der streikenden Medienfrauen

Am Morgen

Individuelles Programm. Gerne die Aktionen auf euren Redaktionen vertwittern und instagrammen unter #nowomennonews.

Um 11 Uhr

Redaktionsübergreifende Aktion “Purple Screen”. Möglichst viele Online-Medien schalten dann einen Artikel mit violettem Teaserbild online. Im Artikel erscheint ein Text mit Infos zur Ungleichstellung von Frauen. Diese Infos und das Teaserbild stehen hier bereit.

Ab 12 Uhr

Treffpunkt und gemeinsames Mittagessen auf dem Kanzleiareal in Zürich beim Pavillon der Medienfrauen. Verköstigen könnt ihr euch bei der Streikküche auf dem Areal.

Ab 14 Uhr

Aktion ”More women more news“. Hunderte Medienschaffende habe in den letzten Wochen ihre Forderungen auf Instagram gepostet. Nun möchten wir die Diskussion öffnen: Was sind die Forderungen unserer Leser*innen an uns Medienschaffende? Über welche Frauen muss mehr berichtet werden? Welche Artikel in Bezug auf Geschlechterungleichheit sollen geschrieben werden? Was müssen die Medien ändern, um der Diskriminierung von Frauen entgegenzuwirken? Alle Inputs werden festgehalten und auf eine Stellwand gepinnt. Die Aktion wird dokumentiert und fortlaufend auf Twitter und Insta gestellt.

Um 16 Uhr

Treffpunkt beim Pavillon der Medienfrauen. Von dort gehen wir gemeinsam los Richtung Hauptbahnhof, wo wir an der Demo um 17h einen kleinen gemeinsamen Medienfrauen-Block bilden.

In der ganzen Schweiz wird es am 14.Juni unzählige grössere und kleinere Aktionen geben. Hier ein Überblick: www.1406.ch

Worum geht es?

Am 14. Juni 2019 ist nationaler Frauen*streik. An diesem Tag legen Frauen* in der ganzen Schweiz kollektiv die Arbeit nieder, um gegen ökonomische und soziale Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufzustehen und um gegen Sexismus und Gewalt zu protestieren.

Auch in der Medienbranche werden Frauen systematisch diskriminiert. Deshalb haben Medienfrauen am 30. April 2019 einen gemeinsamen Forderungskatalog verabschiedet. Unterstütze auch du jetzt unseren Streik und trage dich hier ins Formular ein.

Publizistische Macht

Drei von vier Führungspositionen sind in der Schweizer Medienbranche mit Männern besetzt*. In den Ressorts Politik und Wirtschaft arbeiten zu 70 Prozent Männer. Meinungsbildende Gefässe wie Analysen und Kommentare sind weitgehend in männlicher Hand. Nach Jahren des Ungleichgewichts der Geschlechter fordern wir, dass bewusst Ausgleich geschaffen wird.

Lohngleichheit

In unserer Branche verdienen Frauen bei gleicher Berufserfahrung durchschnittlich 700 Franken im Monat weniger als Männer. In Kaderpositionen beträgt der Lohnunterschied im Durchschnitt gar 1400 Franken. Wir verlangen gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mutterschaft ist für Medienschaffende noch immer ein Karrierehindernis. 54 Prozent der weiblichen Angestellten in der Medienbranche sind unter 30 Jahre alt, über 50-Jährige (oder Frauen mit mehr als zwölf Jahren Berufserfahrung) sind nur noch zu 30 Prozent vertreten. Wir fordern familienfreundliche Arbeitsstrukturen auf allen Hierarchiestufen und für alle Geschlechter.

Schutz vor Belästigung

Von Abwertungen und Belästigungen im Arbeitsumfeld und im Netz sind vor allem weibliche Medienschaffende betroffen. Wir fordern von unserem Arbeitgeber oder unserer Arbeitgeberin Schutz und Unterstützung.

Kein Sexismus in der Berichterstattung

Frauen sind in der Berichterstattung deutlich untervertreten. Wenn über sie berichtet wird, dann oft in Stereotypen. Frauen sind als Akteurinnen zu wenig sichtbar. Ab einem gewissen Alter verschwinden sie zunehmend aus der Berichterstattung. Wir fordern eine angemessene mediale Repräsentation der Frauen und ihrer vielfältigen Berufs- und Lebensentwürfe. Dieses Ziel muss in den publizistischen Leitlinien verankert werden.

*Quelle: Sämtliche Zahlen stammen von einer 2016 vorgestellten Studie des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW Winterthur, die im Rahmen des internationalen Projekts „Worlds of Journalism“ entstand. Sie wurde finanziell unterstützt vom Schweizerischen Nationalfond, Projektverantwortlicher war Prof. Dr. Vinzenz Wyss, Projektmanager Filip Dingerkus. Befragt wurden 909 aktive Journalistinnen und Journalisten.

Bis die Welt eine bessere ist und wir nie wieder streiken müssen, bitten wir dich, liebe Leser_in, dich bei unserem Newsletter einzutragen. Unter #nowomennonews auf Instagram und Twitter deine Vorstellung von einer gerechteren Medienwelt zu teilen. Markiert auch unseren Account: @medienfrauenstreik. Ausserdem haben wir eine geschlossene Facebook-Gruppe erstellt. Hier können wir Erfahrungen und Erfolge austauschen und uns gemeinsam auf den 14. Juni vorbereiten.

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